So, erster Artikel heute – und bei diesem Datum gibt es auch einen konkreten Anlass, denn heute vor genau sechs Monaten ging „Hauptsache Fußball – Junge Profis auf dem Weg ins Spiel“ endlich in den Handel. Die Dreharbeiten, die Postproduktion, der finale Schliff – alles vorbei. Das fertige Produkt endlich in den Regalen! Diesem „halben Jahrestag“ wollen wir folgerichtig den ersten Blogartikel widmen und ein wenig zurückblicken auf die fast einjährige Produktionsphase des Films.

Und da ist bei uns erst mal Schmunzeln angesagt, wenn man an den ersten Drehtag zurückdenkt:

Das war der 21.4.2010 und unsere Dreharbeiten fassten damals noch Settings wie ein Public Viewing des Champions League-Halbfinals zwischen dem FC Bayern und Olympique Lyon und ein paar Aufnahmen im Kölner Stadtpark mit den Fußball spielenden Kids, die man im Vorspann des Films bewundern kann.

Der Ansatz des Films damals noch: das Saisonfinale aus Fanperspektive einfangen – und idealerweise noch ein paar Verantwortliche aus den Vereinen gewinnen, die ihren Blick auf die Ereignisse schildern sollten. Also ein klassischer „Saisonrückblick“, wenn man so will. Ein nettes, kleines Filmchen, das sich in ein, zwei Monaten produzieren und veröffentlichen lassen sollte. Überbleibsel dieser ursprünglichen Idee finden sich auch im fertigen Film noch: im Bonusmaterial beim „Showdown im Pott“, als wir parallel in Dortmund und Schalke beim Public Viewing erlebten, wie die Clubs ihre letzten Chancen auf die Meisterschaft (Schalke) bzw. die Champions League-Qualifikation (BVB) verspielten. Oder beim Abstiegsendspiel in Bochum (34. Spieltag, der VfL gegen Hannover 96 – ja, H96 waren damals wirklich kurz vor dem Abstieg… „lang“ ist’s her; den VfL hat es wiederum richtig böse erwischt).

Doch parallel entwickelte plötzlich ein ganz anderes Thema eine Eigendynamik in unseren Köpfen, das am Ende dann doch die Stoßrichtung des Films bestimmen sollte: die Faszination für die in den „Nuller“ Jahren immens verbesserte Jugendarbeit in Deutschland. Sie bescherte uns allein  in der Saison 09/10 Phänomene wie Thomas Müller, Holger Badstuber, Mesut Özil, Marco Reus…und die Liste sollte daraufhin nur noch länger werden.

Das also war der Dreh, den wir unserem Film verpassen wollten: die „jungen Wilden“ und ihre „Macher“. Schon die WM2010 bestätigte uns in dieser Richtung und mit diesem neuen Konzept konnten wir dann auch wirklich einige Vereine auf unsere Seite ziehen und für das Projekt begeistern. Plötzlich kamen die Zusagen vom FC Bayern und Borussia Mönchengladbach (die beiden Clubs waren tatsächlich die ersten) und nahezu zeitgleich kam der Kontakt mit Spielerberater Jörg Neblung zustande, der mit seinen drei „Schützlingen“ am Ende den erzählerischen Rahmen der Geschichte bilden würde. Die 11Freunde erklärten sich bereit, uns zu unterstützen.

…und dann waren da auf einmal Bayer Leverkusen, der VfL Bochum, der FC Schalke, Borussia Dortmund und all die anderen, die ihr im fertigen Film seht. Das „nette, kleine Filmchen“ wuchs und wurde größer, aufwändiger und umfangreicher – und immer spannender.
Wenn man die Wochen und Monate danach jetzt im Zeitraffer betrachtet, ist es schon irre, was uns danach erwartete: Reisen durch die halbe Republik, entspannte Gesichter bei Max Eberl und Michael Frontzeck beim Dreh in Gladbach (man hatte gerade am 2. Spieltag mit 3:6 in Leverkusen gewonnen und ahnte noch nicht, was in den kommenden Monaten passieren würde…), ein lockeres Gespräch mit Calli im Außenbereich eines beschaulichen Cafés (bei dem der Meister nicht mehr zu bremsen war, nachdem er erst mal mit dem Plaudern angefangen hatte), der wild gestikulierende Jürgen Gelsdorf beim Gespräch im Leverkusener Leistungszentrum, der wunderbare Besuch bei Arnd Zeigler daheim, der sich fast eine Stunde mit uns unterhielt, die Tränen in den Augen von Hermann Gerland, als er vom Tode seines Freundes Hermann Badstuber (Vater von Holger, der wenige Monate nach der Unterzeichnung von Holgers Profivertrag starb) erzählte…und das Gefühl des Abschlusses, als plötzlich mit dem letzten Dreh (am 22.12.2010 mit Jörg Neblung und den beiden „Heimännern“ daheim) alles hinter uns lag.

Der Aufwand war natürlich auch in der Folge enorm – Schnitt, Postproduktion, Pressearbeit, die Medienschaffenden unter euch kennen das – aber der Virus hat uns auch über den Film hinaus gepackt. Die Lust, über die kleinen und großen Themen rund um die „schönste Nebensache der Welt“ zu diskutieren und zu schreiben, bringt uns nun also an diesen Punkt: den Blog. Wir freuen uns, den Fußball auch auf diesem Weg treu zu bleiben und hoffen, dass ihr euch auch in irgendeiner Weise für unser Geschreibsel erwärmen könnt.

Und weil’s so schön ist und zum Anlass passt, hier noch einmal unser Trailer zum Film:

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