Wer als Schauspieler, Cellist oder eben Fußballer Erfolg haben möchte, braucht nicht nur Talent. Talent ist immer nur der Anfang. Talent ist höchstens „30 Prozent“ (BVB-Nachwuchskoordinator Lars Ricken in „Hauptsache Fußball“ – dem Film). Hinzu kommen harte Arbeit, eiserne Disziplin, Teamfähigkeit, Frustresistenz und die Bereitschaft, auf viele Dinge zu verzichten, die sich junge Menschen im Allgemeinen wünschen (Freunde, Partys, Alkohol…). Dies ist keine neue oder besonders mutige These. Sie hört man eigentlich in fast jedem Interview mit erfolgreichen Vertretern von „Künsten“, die viele bewundern, aber nur wenige exzellent beherrschen. Auch in unserem Film „Hauptsache Fußball“ findet man ihn gleich in mehreren Variationen.

Wenn man sich aber nun die Biographien von Profifußballspielern anschaut, deren Karriere abgeschlossen ist oder so langsam aufs Ende zusteuert, scheint es, als reichten diese Qualitäten zwar oft aus, um sich erst mal im Profibetrieb zu etablieren, nicht aber, um während der aktiven Zeit und danach von Mitspielern, Gegnern und Fans als wirklich „großer Spieler“ wahrgenommen zu werden. Mir fallen nicht viele Kicker ein, die – sozusagen von 18 bis 33 – tatsächlich lange aktiv waren (oder sind), dabei konstant auf höchstem Niveau gespielt haben und am Ende ehrfurchtsvoll als „Legende“ betitelt werden.

Einige nicht ganz beliebige, aber auch ganz und gar nicht Vollständigkeit beanspruchende Beispiele, bei denen das so ist oder noch werden könnte, zeitlich und national bunt gemischt: Giggs, Maldini, Kahn, Scholes, Neville, del Piero, Totti, Raul, Zidane, Xavi, Iniesta, Klose, Schneider, Sneijder, Maradona, Messi. Walter (Fritz). Seeler. Beckenbauer. NetzerOverath. Allofs (Klaus). Heynckes. Scholl. Ricken. Hrubesch. Kaltz. Dietz. Breitnigge. Gulllit. Reijjkard. Völler. Klinsmann. Augenthaler. Batistuta. Platini. Tigana. Shearer. Butragueno. Schuster? (ja).Rummenigge. Koeman? (in Holland.) Van Basten. Van der Saar. Maier. Wer also glaubt, man müsse unbedingt ein „Schwein sein auf dieser Welt“, um Erfolg zu haben, kommt angesichts dieser Aufzählung fast ins Zweifeln – fast keiner dieser Herren ist während seiner Karriere nennenswert neben dem Platz aufgefallen, schon gar nicht negativ.

Natürlich kann das, was man durch diverse Medien über einen Menschen erfährt, immer nur bruchstückhaft und unzuverlässig sein. Doch wenn über diese Fußballer veröffentlicht wurde, dann war bei den meisten (bestimmt nicht allen!) dieser Herren von ihrer Professionalität, Bescheidenheit und Lernwilligkeit bis ins fortgeschrittene Fußballeralter die Rede. Anders gesagt: Sie sind anscheinend stabile, ausgeglichene, gruppenfähige und willensstarke Charaktere.

Besonders in den 80er und frühen 90er Jahren – gesellschaftlich: Beginn der Reagan-Ära und Aufstieg der NeoCons – schienen diese sympathischen Qualitäten bei Fußballern – zumindest nach ihrem öffentlichen Auftreten zu urteilen – so selten zu sein, dass man dachte, sie seien dem Erfolg eher hinderlich: Effenberg, Basler, Brinkmann, Matthäus, Gascoigne – die Namen sagen eigentlich alles.

Die Balance zwischen braver Anpassung und überkompensierender Hybris scheint auf diesem extremen Leistungsniveau und vor dem Hintergrund der sozialen Herkünfte aber immer recht labil zu sein. (Vorsicht: Dies ist ein vermintes Terrain, aber auch diesen Punkt muss man erwähnen. Profifußballer entstammen bis heute eher nicht der oberen Mittelschicht oder dem Bildungsbürgertum: Ausnahmen bzw. Feigenblatt: ein gewisser M. Götze – oder ein gewisser O. Bierhoff.) Im Geschäft laufen viele unausgeglichene Charaktere herum, die ihre Verbissenheit auch vor Reportermikrofonen nur mühsam verbergen können. Hier kommen einem Ballacks dünnhäutige, unversöhnliche Reaktionen auf Wolfang Niersbachs Angebote zu einer Aussprache in den Sinn. „Größe“ und Souveränität sehen – gerade wegen der öffentlich zur Schau gestellten Gelassenheit und Lockerheit – sicherlich anders aus.

Stichwort „Nationalteam“, beispielsweise das deutsche. Unser Bundestrainer hat ja vieles, viel guten Geschmack, aber wohl besonders ein feines Gespür für Mannschaftsgefüge. Taktisch und strategisch wohl schon immer obere Mitteklasse bis hochklassig, hat er in etwa seit der letzten Weltmeisterschaft nun auch endlich die Spieler zur Verfügung, die er braucht, um seine ausgefeilte Vorstellung von einem kultivierten, offensiven, dabei unbedingt auch erfolgreichen  Kombinationsspiel umzusetzen. Bei der WM 2006 und EM 2008 war Löw – 2006 noch als „Co.-T.“ unter Klinsmann – in viel höherem Maße aufs Improvisieren angewiesen und musste noch vermehrt auf Spieler zurückgreifen, die weder taktisch noch menschlich wirklich in seine Vorstellungen passten. Und weil diese in der nötigen Breite und Tiefe auch noch nicht von den Pflicht-Leistungszentren der Bundesligisten, die seit 2000 nach dem damaligen EM-Desaster ins Leben gerufen wurden, umfassend ausgebildet werden konnten. Es war 2006 bei der WM im eigenen Land zu früh – und dies hat damals auch niemand verheimlicht.

So hat JL die Allüren eines Kevin Kuranyi auch nach 2006 noch eine Zeitlang hingenommen. Nämlich genau so lange, wie dieser nach der verpassten WM wieder in Form war. Und da Ballack und Frings fußballerisch – noch – unentbehrlich waren, akzeptierte er auch – noch – ichre unverkennbare Neigung, (besonders unter jüngeren Spielern) in Stresssituationen oder ganz einfach zur Wahrung der eigenen Ansprüche regelmäßig schlechte Stimmung zu verbreiten. Buckeln nach oben, treten nach unten? Treten nach allem, was sich maßvoll und intelligent bewegt und äußert?

Wie auch immer ihr das einschätzt, eins wurde ebenfalls recht rasch deutlich: Sobald die sportliche Verfassung keinen Anlass mehr gab, gewisse soziale Eigenarten gewisser Spieler mit Nachsicht behandeln zu müssen, durften und dürfen sich Spieler dieses Typs – wir nennen sie mal „Stinkstiefel“ – viel, viel weniger erlauben. So macht es den Eindruck, als sei Kuranyis Fehltritt beim WM-Qualifikationsspiel im Oktober 2008 Joachim Löw in gewisser Weise nur gelegen gekommen, weil er mit einem eher abschlussfixierten Strafraumstürmer und – damals noch – eitlen Charakter wie ihm in „seinem“ zuerst noch konterfixierten Tiki-Taka-System ohnehin nie viel anzufangen wusste. Und sogar bei Ballacks Ausfall vor der letzten Weltmeisterschaft, der erst überall als Katastrophe bejammert wurde, schien es uns damals schon, als löse er bei Löw nicht nur Bestürzung aus: Nun war der Bundestrainer endgültig befreit vom oft ungenießbaren, autoritären Leitwolf, der nicht nur neben, sondern gerade auch auf dem Platz immer lieber mal den Ego-Shoot-Out suchte und – durchaus erfolgreich, wie wir wissen – spielzugabschließend drauf zimmerte, als seine Mitspieler in Szene zu setzen.

Als Michael Ballack ausfiel, war JL stattdessen – ungeachtet des Risikos – „plötzlich“, auf bzw. nach einen(m) Schlag (dem von Kevin-Prince Boateng), „gezwungen“, die Last der Verantwortung auf viele spielstarke, mannschaftsdienliche und größtenteils sehr junge Schultern zu legen. Nun musste er sich ob dieser radikalen Kursänderung nicht mal mehr wirklich vor den Medien rechtfertigen. Die, sogar die Bild, hatten inzwischen ja auch schon über den deutschen Tellerrand geblickt und z.B. vom Erfolg des TikiTaka, den sich andeutenden CL-Triumphen von Barca und dem 08er-EM-Titel der Spanier gehört. Jogi Löw weiß natürlich, dass er einen verdienten Nationalspieler nicht einfach „absägen“ kann. So ließ er sich manchmal auf befremdlich wirkende Schaukelpolitiken ein, betonte monatelang, wie wichtig ein Spieler „prinzipiell“ für sein Team sei, um ihn dann aber doch nie zu nominieren und schließlich zu verkünden, seine Dienste würden nicht mehr benötigt. Erst erging es so Torsten Frings und später eben Ballack. Nach diplomatischen Standards, die wir Deutschen ja nicht wie – je nach Spielart – Chinesen, Angloamerikaner oder Franzosen beherrschen, war das operativ vielleicht nicht immer geschickt – aber hierzulande erstaunlich erfolgreich.

Denn die Spieler, deren Verlust in den Medien erst lautstark beklagt wurde, wurden schon kurze Zeit später auf dem Platz nicht mehr ernsthaft vermisst – die Resultate gaben dieser Strategie also recht. Was auf der anderen Seite natürlich bedeutet, dass auch der größte Star maximal nur ein Elftel seines Teams ist – oder vielleicht, siehe Schweinsteiger-Abschwung bei Bayern nach dem Neapel-Crash – vielleicht 2/11. Aber definitiv nicht mehr. Toni Kross wuchs schnell in die Sechser-/Achter-Zwischenspieler-Rolle hinein, und zwar fast perfekt – wenn auch individuell anders interpretiert – auch in der Nationalmannschaft (da spielten Lahm und Schweinsteiger gegen die Niederlande beim „perfekten“ 3-0 zuletzt ebenfalls gar nicht mit).

Ist es denn wirklich so: Ähnlich einem Komponisten/Dirigenten erkennt Löw unter Mithilfe seines anscheinend überaus fähigen Stabes – auch ein erfolgreicher Trainer führt ja heutzutage ein großes Team aus Spezialisten, ein jeder auf seinem Platz und doch variabel einsetzbar – „Misstöne“, die nicht aufs taktische Notenblatt gehören. Er scheint zu wissen, zu fühlen, welche fußballerischen Faktoren stimmen müssen, damit sein Ensemble erfolgreich spielerischen Wohlklang produziert. Vor, während und nach dem Spiel/dem „Auftritt“ in der  jeweiligen Arena beim „Gladiatorenkampf“ (Philipp Lahm am 15.1.2012 in der „Frankfurter Rundschau“). Taktisch versiert, und anscheinend doch ein Meister der „nationalen“ Fußball-Diplomatie – wohlgemerkt: auch zu José Mourinho und anderen internationalen Spitzentrainern pflegt Löw ein gutes bis sehr gutes Verhältnis – hatte noch 2006 als „Co.“ unter Klinsmann rasch erkannt: Wer Spieler nach reiner Sympathie, aus Tradition oder Rücksicht auf Vereine, Verbände oder die veröffentlichte Meinung aufstellt, bringt Faktoren ins Gefüge, die nichts mit den sportlichen Erfolgschancen zu tun haben. Er verliert und muss gehen.

Natürlich, abgerechnet wird im Juli 2012, denn dann ist die EM gelaufen. Der Hype ist aber jetzt schon riesig, Scheitern wegen Selbstüberschätzung scheint deshalb möglich, das darf einem durchaus Sorge bereiten. Sachlich betrachtet: Leistungsbereitschaft, Siegeswille und Ehrgeiz sind immer unentbehrlich – Philipp Lahm selbst betonte in seinem FR-Interview, eine seiner hervorstechendsten Eigenschaften sei die, nicht verlieren zu können. Doch nur ein Spieler mit gleichzeitig ausgewogenem, gefestigtem Charakter und einem Mindestmaß an Selbstreflexion geht professionell mit seinem Talent um, aber auch mit Mitspielern und Traineranweisungen. Egomanie á la Matthäus, Basler oder Ballack sowie die damit verbundenen Schimanski-artigen Wutausbrüche unterhalten vielleicht den Boulevard, können schwächere Mannschaften mal mitreißen und zu wichtigen Toren durch Einzelaktionen führen. Aber für ein System, das spielerische Überlegenheit anstrebt und deshalb „verdient“ gewinnt, also nicht durch Zufall, Härte und „deutsche Tugenden“, ist so etwas eher hinderlich, kann im entscheidenden Moment sogar alles auf den Kopf stellen.

Als wir Deutsche noch Underdogs waren, war jemand wie Michael Ballack nützlich, weil er – falls es denn wie gegen Österreich bei der EM 2008 auch geklappt hat, man beachte mal seine Mimik bei dem entsprechenden Freistoßtor – mal einfach den entscheidenden Freistoß oder Kopfball nach einer Ecke rein gehämmert hat. Heute scheint die deutsche Mannschaft gar keine Tore mehr schießen zu können, die sie nicht – entweder im Konterspiel oder auch nach differenzierter ablaufenden Passmustern – heraus kombiniert hat. Da käme einem so ein Typ ziemlich anachronistisch vor. (Dass sich „unsere junge Mannschaft“ dafür in letzter Zeit eine ungekannte Harmlosigkeit nach Standardsituationen erlaubt, ist natürlich auch kein Ruhmesblatt. Aber man darf wohl sicher sein, dass Löw und sein Team bereits an dem Problem arbeiten.)

Das Beispiel Nationalmannschaft zeigt: Mehr denn je braucht ein Fußballer heute Talent und enormen, unstillbaren Ehrgeiz, um eine große Karriere hinzulegen. Damit er seiner Mannschaft auf lange Sicht nicht mehr schadet und das Team nicht kontraproduktiv in innere Konflikte verwickelt, muss jedoch noch ein ganz entscheidender Faktor hinzukommen. Der jeweilige Spieler – nennen wir ihn Bastian Lahm – muss diese Qualitäten unbedingt auch mit einem maßvollen, ausgeglichenen Charakter verbinden. Wer – wie ein zu kurz gekommenes Kind – ständig Aufmerksamkeit und Ablenkung braucht, um nicht einsam, gelangweilt und unausgeglichen zu werden, nimmt im „engen Käfig Profifußball“ (so Reiner Calmund in „Hauptsache Fußball“) irgendwann Schaden. Und nicht nur er wird mittelfristig Schiffbruch erleiden, sondern, sofern er in einer flachen sportlichen Hierarchie gar als „Führungsspieler“ durchgeht, als Mini-Primus inter Pares – auch sein Team. Mögliche Folgen: Der Spieler schafft es höchstens über vier, fünf Jahre, sein Spitzenniveau zu halten, siehe Ronaldinho, oder läuft zumindest Gefahr, seine erworbenen Verdienste am Ende seiner Karriere überflüssigerweise noch mal in ein unnötig schlechtes Licht zu rücken, siehe Jens Lehmann oder eben Ballack.

Auf Vereinsebene gilt im Übrigen genau das Gleiche. Charakterstarke Teams der letzten Jahre waren zum Beispiel Borussia Dortmund ab der Saison 2009/2010 unter Jürgen Klopp, Watzke, Ricken, Susi – bis heute! Bayern München unter Hitzfeld, nicht unter Klinsmann, anfangs unter van Gaal, öfter mal unter dem Druck von Magath (den Hoeneß allerdings zu stark kontrollierte, als dass er als „Spielereinkaufsmessie“ übermäßigen Schaden hätte anrichten können), jetzt wieder im Großen und Ganzen unter Jupp Heynckes.

Der Fisch – bzw. das Team – stinkt oder duftet immer vom Kopf. Beispiele: Werder Bremen unter Schaaf/Allofs. Wie limitiert doch die Möglichkeiten, wie zahlreich dennoch die Champions League-Teilnahmen! Hier gilt andersherum: Vielleicht ist nach fast 15 Jahren hier doch etwas die Luft raus – aber das ist wirklich nur eine Spekulation. Schalke? Könnte was werden unter Stevens, wenn er und Heldt denn blieben die nächsten zwei, drei, fünf Jahre. Gladbach? Nur mit Favre. Köln? Nur mit Solbakken – aber was ist hier mit der Vereinsführung. Sieht nicht allzu gut aus. Wolfsburg? Nein. Hoffenheim? Mittelfeldgeplänkel. Stuttgart? Zu konservativ. Berlin? Fraglich. Leverkusen? Wo ist Calli, der gemeinsam mit Rudi und einem echten Longterm-Trainer die nächsten fünf Jahre ein tatsächlich ehrgeiziges Team aufbauen könnte? Schade – auch für die europäische Wettbewerbsfähigkeit unserer Teams.

Anders gesagt: Es wird im deutschen Fußball in den nächsten hundert Jahren kein einziges Team mehr geben, das a la longue mehr Erfolg haben wird als Uli Hoeneß‘ Version der Bayern und seine alimentierten Trainer seit 1979 bis heute. Das sind 33 Jahre beispiellose Fußballgeschichte. Geprägt vom einzigartigen, wohl tatsächlich unbestechlichen, immer teamorientierten Charakter eines, nein, keines Egoisten, keines Egozentrikers. Eines Hoenißten eben!

Oder, wie es heute Mike Hanke von Borussia Mönchengladbach in der „Süddeutschen Zeitung“ etwas tiefer gehängt ausgedrückt hat. Um eine erfolgreiche Rückrunde zu spielen und den Weggang von Marco Reus zurück zu seinem Heimatverein zu kompensieren, muss sich jetzt zeigen, „wie viel Charakter die Mannschaft hat“. Denn Gladbach will natürlich ins internationale Geschäft- Alle dort wollen das, zu Recht nach dieser Hinrunde, am besten Champions League. Max Eberl und Lucien Favre hätten es zuerst verdient. Und Marco Reus in zweierlei Hinsicht.

Was macht einen „Team-Charakter“ aus? Borussia Mönchengladbach und Bayern  München in den 60er und 70er Jahren (der FC zu flatterhaft). Der Hamburger SV in der ersten Hälfte der 80er? Werder Bremen von 1987 bis 1995 und von 1999 bis kurz vor heute? Borussia Dortmund seit 2009? Schalke in seiner kurzen Hochphase 1997 bis 2001/2002 mit Wilmots und Eigenrauch? Schalke in den 30er Jahren! Kaiserslautern Anfang der 50er Jahre! Der FC Anfang der 60er Jahre (nun ja, in Köln zeigt man selten „Charakter“, dort praktizierte man schon immer einigermaßen erfolgreich Rauschzustände und „Chaos“ als kurzzeitiges Erfolgsmittel). Hat das heutige Leverkusen „Charakter“? Man United? Arsenal? AS Rom? Juve? Barca? Real? Usw..unsere Nationalmannschaft – wann ja, wann nicht? Wie definieren wir den „Charakter“ eines Teams? Rückwirkend nach dem Gewinn eines Turniers, eines Tournaments, einer „Meisterschaft?“

Ja. Echte, wahre Meister, Meisterteams, haben Charakter. Wir schließen mit einem Hinweis auf eine große, oft zu Unrecht vergessene deutsche Clubmannschaft, deren Charakterköpfe einst fast das große Real um Puskas und Di Stefano aus dem Weg geräumt hätten: Eintracht Frankfurt in den 50er Jahren.

Was macht den Team-Charakter heute aus? Unbedingt gewinnen wollen, wie nur geht, aber auch fair verlieren können, wenn’s denn sein muss. Guardiola und nicht Mourinho. Xavi Alonso und nicht de Jong.

Barca. Real oder Barca? Eher Barca. Hier wird nämlich auch mal anständig verloren, wenn man sein eigenes Spiel nicht durchbringt. Wie gegen Real Madrid im spanischen Pokalfinale 2011.

Also Charakter. Mehr dazu nach dem ersten Spieltag der Bundesliga-Rückrunde!

Andreas Bach/Matthias Holtz

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