Gestern gegen Israel, das war ja relativ entspannt, andere würden sagen: müde. Eben noch überhaupt nicht  das Gelbe vom runden Leder bzw. Ei – mal so ausgedrückt. Dabei, von Mehmet bis Scholl haben es nahezu alle Deutschen Fußballexperten von den Sendedächern und aus den Blogrolls gekräht, kann es doch gar nicht so schwer sein für unsere  EM-Helden in spe „..den Schalter umzulegen und Gas zu geben“ (M.Scholl u.v.a.mehr). Denn: „Kicken können die doch alle“ (alle, Experten, Laien, Jornalisten, Fans..). Aber – ist das wirklich so? Geht das bisschen Fussi nach Plan so einfach wie alle meinen? Wir meinen – Klar!  Die müssen nur wollen! Das bisschen Fussball, das ist im Prinzip doch genauso zu stemmen wie – das bisschen Haushalt.

Die Analogien Fussball / Haushalt sind offensichtlich. Männer können ein Spiel lesen, dirigieren, das Spiel verlagern, das Spiel kaputt machen, hart trainieren, Siege feiern, Niederlagen beweinen – und wegstecken. Wenn sie dafür hart arbeiten. Und trainieren. Und den Willen haben.  Denn „Talent ist nur 20 bis 30 Prozent“ (sagt nicht nur, aber auch, Lars Ricken in „Hauptsache Fussball“). Männer können Berge versetzen, das Spiel anschließend neu erfinden, Flanken gottgleich schlagen,  Bälle schlagen – oder streicheln, Elfmeter töten.  Und vieles mehr, wie zum Beispiel mit Fußball verdammt viel Kohle machen. Frauen können aber mindestens genauso viel gleichzeitig (Stichwort „Multitasking“):  Kinder und Büro-Job vereinbaren, Social Networking und so ganz „nebenbei“ auch echte Freundschaften pflegen, dazu Essen und Parties organisieren, putzen, einkaufen, kochen, shopping, ihr manchmal nur 20 – 30prozentiges Aussehen gekonnt auf 100% und mehr hochschminken, hinsporteln, weghungern und fitnesscentern. Training und Feintuning. So tausend kreative Sachen eben – Gedöns.

Fußball muss heute auch vielschichtig sein, ist heutzutage Dauerspurtlauf im allumfassenden Mittelfeldschwarm, dazu pure Kreativität auf´m Platz (na ja, nicht immer, nicht gestern gegen Israel, nicht am Samstag davor gegen die Schweiz). Fussball, auch auf höchstem Niveau, ist im Prinzip so einfach und so komplex zugleich wie  ein Fünf-Personen-Haushalt plus Haustiere, plus Frauensachen, sich – und den „Rest“ der Family – geschmackvoll kleiden, und und und. Und: Ein Mal richtig gelernt, in der Haushaltschule, bei Mutti , bei Jogi, Hermann Gerland (God bless you!), Matthias Sammer (…either)  oder in einem Jugendleistungszentrum, schüttelt man diese beiden Jobs mit bisserl Routine dazu aber sowas von locker aus der Hand. Oder dem Fuß. Gerade als Nationalspieler, in Jogis Team. Darum brauchen die alle auch nur diese recht kurze Eingewöhnungsphase, das minimalistische Trainingslager, zwei magere Testspiele.  Für das bisschen Fußball eben, die lediglich sechs Spiele bis ins EM-Finale.

Und deshalb haben wir uns gedacht, diesem alten gottgleichen Schlager „Das bisschen Haushalt“ zu neuer Popularität zu verhelfen, in dem wir den Text ein bisschen aufpimpen und mal kucken, ob das für unsere Kicker auch passen könnte, „Das bisschen Fussball“.  Aber, lest selbst. Um Vorschläge, wer das Ganze denn nun als Band oder Künstler covern sollte, wird bei Gefallen herzlichst gebeten (Die Toten Hosen? Die Ärzte? Jan Delay? Die Ramones? AC/DC? Peter Fox? Oder sollen wir eine Casting-Show machen, mit wirklich echt jungen, unverbrauchten Talenten?)

Und hier ist er nun, unser Text für eine Coverversion  „Das bisschen Fußball / Song für einen gestandenen Profi“, in enger Anlehnung an das Original „Das bisschen Haushalt“, von Johanna von Koczian (Copyright J.V.K. 1977)

DAS BISSCHEN FUSSBALL

© Text Andreas Bach/Hauptsache Fussball, 2012

Das bisschen Fußball spielt sich von allein,
sagt meine Frau.
Das bisschen Kicken kann so hart nicht sein,
sagt meine Frau.
Wie ein Mann sich überhaupt beklagen kann ist unbegreiflich,
sagt meine Frau.

Das bisschen Training ist doch halb so wild,
sagt meine Frau
Was für PR-Termine ganz genauso gilt,
sagt meine Frau
Wie ein Mann von heut‘ darüber stöhnen kann, ist ihr ein Rätsel,
sagt meine Frau.
Und was meine Frau sagt, stimmt, denn sie hat nen Plan.
ich muss das wissen, ich bin ja ihr Mann.

Das bisschen Fitness ist doch kein Problem,
sagt meine Frau.
Und auch die Taktik schnallt man ganz bequem,
sagt meine Frau.
Wie ein Mann von heut‘ da gleich verzweifeln kann, ist nicht zu fassen,
sagt meine Frau,
Und was meine Frau sagt, stimmt, denn sie hat nen Plan!
ich muss das wissen, ich bin ja ihr Mann.

Das bisschen Waldlauf, oh, wie wohl das tut,
sagt meine Frau.
Das Zirkeltraining ist für den Kreislauf super gut,
sagt meine Frau
Wie ein Mann von heut‘ das nicht begreifen kann, ist unverständlich,
sagt meine Frau.

Sie muss zum Job, hat auch noch Kids und Haushalt auf jeden Fall,
sagt meine Frau.
Der Herr Gemahl spielt nur a bisserl lässig mit dem runden Ball,
sagt meine Frau
Dass ich auf Knien meinem Schöpfer danken kann, wie gut ich’s habe,
sagt meine Frau

Dass ich auf Knien meinem Schöpfer danken kann, wie gut ich’s habe,
sagt meine Frau. (3x)

Soweit wir. Zum Vergleich: Das Original  „Das bisschen Haushalt“, mit Text von der Schauspielerin, Autorin und Sängerin Johanna von Koczian, erschienen 1977. Wir wollen Euch die  Zeilen zum Vergleich nicht vorenthalten:

Das bisschen Haushalt macht sich von allein,
sagt mein Mann.
Das bisschen Haushalt kann so schlimm nicht sein,
sagt mein Mann.
Wie eine Frau sich überhaupt beklagen kann ist unbegreiflich,
sagt mein Mann.

Das bisschen Kochen ist doch halb so wild,
sagt mein Mann.
Was für den Abwasch ganz genauso gilt,
sagt mein Mann.
Wie eine Frau von heut‘ darüber stöhnen kann, ist ihm ein Rätsel,
sagt mein Mann.
Und was mein Mann sagt, stimmt haargenau,
ich muss das wissen, ich bin ja seine Frau.

Das bißchen Wäsche ist doch kein Problem,
sagt mein Mann.
Und auch das Bügeln schafft man ganz bequem,
sagt mein Mann.
Wie eine Frau von heut‘ da gleich verzweifeln kann, Ist nicht zu fassen,
sagt mein Mann,
Und was mein Mann sagt, stimmt haargenau,
ich muss das wissen, ich bin ja seine Frau.

Das bißchen Garten, oh, wie wohl das tut,
sagt mein Mann.
Das Rasen schneiden ist für den Kreislauf gut,
sagt mein Mann.
Wie eine Frau von heut‘ das nicht begreifen kann, ist unverständlich,
sagt mein Mann.

Er muß zur Firma geh’n, tagein tagaus,
sagt mein Mann.
Die Frau Gemahlin ruht sich aus zu Haus,
sagt mein Mann.
Dass ich auf Knien meinem Schöpfer danken kann, wie gut ich’s habe,
sagt mein Mann.

Dass ich auf Knien meinem Schöpfer danken kann, wie gut ich’s habe,
sagt mein Mann. (3x)

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