So, Freunde der Sonne… ne, so wäre jetzt wahrscheinlich ein Effenbergscher Start in die folgenden Zeilen erfolgt, aber ich will euch direkt mal etwas anderes sagen. In diesem Text geht es um keine Fachsimpelei, keine vernünftige Einordnung von Ereignissen, kein Tiefstapeln, keine gründliche Analyse oder was auch immer. Heute geht es mir nur um Borussia Dortmund – kein Götze-, Hummels-, Lewandowski- und „Falscher Zeitpunkt“-Theater – und reine Lobhudelei, um das Schwelgen in Superlativen, um die kurzsichtig gedachte Meinung, dass es tatsächlich der geilste Verein der Welt ist. Ganz getreu dem Slogan „Echte Liebe“! Ob ich Borusse bin? Gott, nein! Verein gewechselt oder einer von diesen Fans, die auf jede Welle erfolgreicher Siegeszüge aufspringen? Nein, sicher nicht! Ich liebe Fußball und genau deswegen darf ich diesen Verein absolut über den grünen Klee loben! Ja, ich darf das wirklich – sogar als absolut leidenschaftlicher Werderaner, um dessen Verein es gar nicht mal soooooo gut steht…

Ich möchte, wie oben erwähnt, auch gar nicht auf die ganzen Gerüchte und Fakten eingehen, die Dortmund zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt erwischen, ich möchte keine Spieler diskreditieren oder besonders hervorheben. Borussia Dortmund scheint dieser Tage nämlich genau das zu sein, was sich jeder Mensch von klein auf wünschen sollte: Eine einzige große Familie, die vor allem in schweren Zeiten zusammenrückt und in der man sich blind aufeinander verlassen kann. Jeder weiß, dass Ziele nur im Kollektiv erreicht werden können. Jeder stellt persönliche Eitelkeiten hinten an und jeder, der es nicht mit der Borussia hält, weiß spätestens jetzt, dass eben genau das die Tugenden sind, mit denen große Mannschaften geboren werden, mit denen man große Titel erreichen kann und die man aufgrund ihrer absoluten Hingabe zum gemeinsamen Ziel nie mehr vergisst!

In Dortmund wurde die letzten Jahre viel Lehrgeld bezahlt, doch das war eben auch wichtig und hat das derzeit Erreichte – was schon phänomenal ist – überhaupt möglich gemacht. Aus den Fehlern hat man gelernt, wie man so schön sagt, die richtigen Lehren gezogen und heute, ja heute spielt man einen Gegner wie Real Madrid an die Wand, überfährt ihn anschließend mit einem Trecker und bittet das, was von dem nahezu leblosen Haufen übrig ist – ganz dezent –, zum nächsten Tanz. Der ist ja schon nächste Woche. Aber die Madrilenen werden verwundet sein. Ich würde jetzt sagen: Bleibt lieber gleich liegen und verzichtet auf das Rückspiel – aber alle anderen faseln immer sowas von „Im Fußball ist alles möglich“… Leute, dieses Borussia Dortmund schlägt man nicht 3:0. Nicht in der Champions League und auch nicht als Real Madrid. Ich würde mich jetzt sogar so weit aus dem Fenster legen, dass selbst das Endspiel zwischen Bayern und dem BVB – ich glaube eben, dass es so kommt – eine spannende und für neutrale Fans unfassbar schön anzusehende Angelegenheit wird.

Für einige mag es jetzt merkwürdig klingen, diese Worte von mir zu lesen, ist man doch anderes gewohnt, wenn es nicht um meine große Liebe von der Weser geht. Aber bei all meinen Fußballdiskussionen mit euch – die unsachlicher und unobjektiver oftmals kaum hätten sein können – ging es nie darum, eurem Verein die Klasse abzusprechen. Viel mehr hatte ich nur die Sorge, dass ihr euch alle kurzzeitig zum Abheben bereit machen würdet. Ich habe mir also nur Sorgen gemacht. Nein, Spaß beiseite, den Moralapostel lasse ich nun besser nicht raushängen, sonst ergeht es mir vielleicht in einigen Jahren so, wie manch anderen Personen derzeit, und mir werden genau diese Sätze zum Verhängnis. Es hat halt einfach nur Spaß gemacht zu sehen, wie sehr ihr euch immer drüber geärgert habt – das war einfach nur herrlich. So, das ist die ganze Wahrheit! Und natürlich, dass ich nun wirklich hoffe, dass Dortmund den Pott holt – nächstes Jahr darf dann auch der FC Borussia München mal wieder…

Und um den Text jetzt noch komplett zu machen: Borussia Dortmund, geilster Verein der Welt, unschlagbar, bestes Team, geilster Fußball, beste Fans, alle Weltstars und Kevin Großkreutz Fußballgott. Das muss fürs Erste reichen. Ende.

Giuseppe Cotrufo

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