Diesen Text habe ich im ersten Schritt etwas abweichend auf ein tolles Posting im Bayern-Blog geschrieben, das vorab die Parameter des Pokalfinales zwischen Bayern und dem BVB analysiert – und zwar brillant. Alles drin, taktisch, personell, umfassend. Eine Super-Analyse, sozusagen ein Top, Top, Top-Text. Ein paar ergänzende Anmerkungen zu Bayern-Dortmund hätte ich allerdings noch. Aber wie das Ding ausgeht: Keine Ahnung, wer tippt schon ein Elfmeterschießen richtig? Kann keiner, oder? Na gut, außer, wenn Benfica Lissabon in einem internationalen Finale antreten muss… 🙂

Bayern gegen Dortmund, ein werdender Klassiker, diese Paarung betrifft rückblickend natürlich auch das Abschneiden beider Teams in der Champions League, in der Meisterschaft – und ganz generell über die letzten vier, fünf Jahre hinweg. Gucken wir uns zuerst die CL-Season  2013/14 mal an: Der BVB hätte Real Madrid im VF-Rückspiel definitiv höher als mit 2-0 besiegen können und die Madrilenen somit rausgekegelt, wenn der einzige weiße Spieler in “Normalform”, Luka Modric, gerade auch defensiv nicht so intelligent und aufopferungsvoll für sein Team gekämpft hätte und so, zusammen mit einem überragendem Iker Casillas,  das 0-2 so grade noch stabilisiert hat. Und wenn die Borussen in Madrid nicht mit 0-3 so beeindruckend negativ vorgelegt hätten, also im VF-Hinspiel nicht einen fast ebenso rabenschwarzen Tag erwischt hätten wie der FCB dann im HF-Rückspiel (0-4) zuhause. Zu Real: Madrid ist zwar bisschen stärker als in 2013 (wg. Bale/Modric/Ancelotti), aber v.a nur deswegen, weil wie Philipp Lahm es heute in einem inhaltlich absolut einleuchtenden Interview in der “SZ” ja bestätigt, jeder aus dem weißweißen Team analog zum FCB 13 den CL-Titel in dieser Saison auch unbedingt will, will, will. Teamgeist. Wille. Elektrisierte Fans. Decima, Alter!

Glaube und Teamgeist bei RM versetzen 2013/14 Berge – und nicht nur, natürlich. Aber das mit dem Willen betrifft halt alle bzw. klappt eben halt auch nicht in jedem Wettbewerb. Real fühlt sich, etwa wie die Bayern, Meister-satt.  Und im Norden Madrids ist man halt auch nicht  mehr so  überirdisch, so wahnsinnig galaktisch (damals vor 12, 15 Jahren mit dem FC Bayern und ManU zusammen),  so dermaßen überlegen wie noch 1998/2000/2002.  In der heimischen Liga nimmt Real, etwa wie Bayern, aber der FCB eben erst nach Erringen des Meistertitels, sogar herbste Rückschläge in Kauf und schenkt, wie gesagt anders als der FCB, für die CL-Krone in spe sogar, extrem heftiger, den Meistertitel ab. Wow, oder? Man stelle sich das bei den Bayern vor. Denn nicht Meister werden darf man in München auf keinen Fall länger als ein Übergangsjahr, Androhung Höchststrafe, und die CL-Krone ist für die Bayern dann schon alle fünf bis zehn Jahre absolute Pflicht. Ja, so argumentieren viele „Fans“. Pff. Aber, der FCB hat die Champions League doch grade erst gewonnen. Yes, und Wembley kommt mir immer noch wie gestern vor. Ich war ja „drin“. Das Problem: Die Bayern-Spieler eben auch. Was man gemerkt hat gegen ein übermotiviertes Real (und was Barca 2013 gegen den FCB im CL-HF ja ebenfalls deutlichst gespürt hat, ich sage nur 0-7 aggregate. Hat keiner kommen sehen. Bla bla bla.).

Aber Real tickt da anscheinend anders als der FCB.  Die „Decima“ überlagert, deutlicher noch wie in München der fünfte CL-Sieg 2013 bzw die damalige Aussicht auf das „Triple“ – wirkich ALLES! Sogar die Meisterschaft. Dennoch, man hätte in München 2013 die Meisterschaft nach zwei BVB-Titeln 2011 und 2012 nicht im Leben freiwillig hergeschenkt, never ever. Also, nochmal ein “Wow!!” Eine derartig heftige, riskante Strategie – die Meisterschaft abschenken (“Der ehrlichste Titel”, KHRummenigge etc pp), das hättest du in München nie und nimmer durchsetzen können, zu keiner Zeit, weder gestern, heute noch morgen! Der böse mediale Aufschrei ist/war ja jetzt schon, wie Lahm in der “SZ” richtig konstatiert, in den letzten Wochen extrem heftig, verzerrt und eben extrem negativ – und das mit der frühesten Meisterschaft aller Zeiten und allen dazugehörigen 1000 Rekorden im Rücken.

Kurz zurück zur Champions League, zu Real vs. Atletico: Ob es für bzw. gegen Atletico reicht? Interessante Frage, we shall see. Ich glaube, nicht ganz. Atletico ist, mehr noch als Real, die nationale und die internationale Mannschaft dieser Saison. Kommt auch drauf an, ob Atletico jetzt am Wochenende in Barcelona gegen Barca die Meisterschaft holt. Die spanische Meisterschaft. Für Atletico, anders als für Real, mindestens so wichtig wie die Krone eines europäischen Champions. Insofern spricht vielleicht doch einiges am 24. Mai für Real…

Aber wer ist die MANNSCHAFT DER SAISON hierzulande? Die Bayern oder der BVB? Kommt wohl auf den Blickwinkel an, auf die aus jedem Blickwinkel subjektiv ausgesuchte Phase der Saison, und wie wir diese dann genau betrachten…im morgigen Final-Falle, auf das Endspiel hin besehen, gilt wohl, wie so oft: wer „es“ mehr will, wer mehr dran glaubt, wer mehr investiert, läuft, aber auch welches Team taktisch flexibler und situativer/ intelligenter entscheidende Spielsituationen auf dem Platz “zeitnah” umsetzt – der holt das Ding. Also Remis nach 120 Minuten? …hm: Manzukic ist raus (dazu später mehr). Schweinsteiger kann ebenfalls nicht mitmachen. Dies alles ist für den FCB nachteilig. Auch Schweini ist, analog zu MM, zwar schwieriger, aber am Ende des Tages bzw. einer super-angen Saison, doch auch noch so irgendwie im sehr gut besetzten Münchner Mittelfeld zu ersetzen.Spielerish auf alle Fälle. Aber – mental? Fehlt da nicht einer, der seit nun schon zehn Jahren dazugehört wie das Salz auf jede gute Brez´n?

So oder so, es wird hoch interessant. Das Geschwätz von Tagesform hin oder her (nun gut, jeder der gekickt hat weiß: die gibt es wirklich…ein wenig…) glaube ich diesmal vorab weder an Bayern noch an Dortmund. Ziemlich offen, das ganze. Wird eng. Beide teams werden es vorsichtig angehen. Und auch wenn der teamspirit und die Ruhe im Umfeld derzeit etwas mehr für den BVB sprechen, es gibt da noch Lahm, Neuer, Müller, Götze, Xavi, Robben – und ne Menge sonstiger Totgesagte – und die  leben ja auch oft noch ein wenig länger als man so denkt.

Was für den BVB spricht: Das so genannte momentum (analog war es ja umgekehrt zum Ende der Saison 2012/13, als der BVB zuhause vor dem CL-Finale ausgerechnet gegen Hoffenheim verlor, wasdas für die Liga bedeutet hat, na ja..aber das ist ja diese Saison gaanz anders). Die Personalie Durm vs. Robben, Die Personalie Ribéry, Franck vs. sich selbst usw. usf. Ja, der BVB, anders als noch vor einigen Wochen, ruht derzeit seit dem tollen Rückfight gegen Real Madrid sehr sehr in sich selbst. Glückwunsch nach Dortmund. You show. Aber auch hier gilt: Wer vorab von fast allen zum Favoriten erklärt wird und das dann auch insgeheim noch glaubt und auf der heutigen PK so gönnerhaft ausspielt, Klopp, der, ja der freut sich unter Umständen absolut zu früh. Aber der BVB wird auf dem Platz nicht so blöde sein, in diese mentale Falle zu tappen – never ever. Die Dortmunder kennen ihre Münchner Pappenheimer zur zu gut. Klopp ist dann wohl doch zu clever. Aber sein ganzes Team auch?

Und für wen spielt Lewandowski  morgen eigentlich? Unbewußt, wirklich, mental, meine ich? Spielt der gute Jung da auch so gehemmt gegen seinen neuen Club wie schon vor Jahresfrist im CL-Finale 2013? Hmm…

Nochmal zum FCB intern, weil das ja mit das Thema der Stunde ist: Um hier auch mal  endlich etwas ganz bestimmtes Grundsätzliches, in meinem Part als das “Bayern-affine” Drittel von Hauptsache Fussball, hier ganz deutlich mal loszuwerden: Für mich (*1961) als Bayern-Fan seit 1966/67 war auch 2013/14 eine Klasse-Saison. Eine tolle Saison. Nicht nur ich habe Hammer-Spiele gesehen. Der Wahnsinn war auf dem Platz. Chapeau, Lahm & Co. Genau, auch deswegen,war das bislang so Hammer, weil die absolut überirdische season 2012/13 auch 50 Jahre rückblickend (nur ein Wort: Triple) so schnell eh nicht zu toppen ist – und auch in nächster und mittlerer Zukunft nicht zu schlagen sein wird. Zählt mal die Titel von April 2013 bis Ende März 2014, auf wie viele kommt ihr da? In nur 11 Monaten? Auf sieben, jawohl, exakt. Darum denkt dieser Autor ab heute, ja, spätestens ab heute, eigentlich schon seit vor Wembley 2013, genauer: seit der Steueranffäre Hoeneß, verstärkt strategisch: Für ihn kommt es jetzt nämlich darauf an, was das Team (und damit meine ich die sportiv Handelnden des Vereins zur Gänze, inkl. Führung) in den nächsten zwei, drei Jahren aus Niveau und Kader (+ den noch kommenden playern) machen wird. In einer Zeitspanne, in der dann nämlich Spielergrößen wie Ribéry, Robben, Schweini und andere den finalen Abflug machen werden, entweder physisch, vom Leistungspozential her, und oder vorab heute schon schon mental (Ribéry, Mandzu). Und ob Pep bis 20176/17 bleiebn wird. Essential.

Was mich zu einer weiteren Anmerkung führt: F. Ribéry nervt. Gewaltig. Extremst. FR krittelt ja jetzt schon wieder am Trainer rum, plappert die Boulevard-Scheisse von Rotation und System nach usw. Denk doch mal selbstständig nach, Franck. (Kann er aber vielleicht nicht, wer weiß? Fragt doch mal Wahiba..)

Denn es ist doch so:  wenn dies klein gebliebene Kind im nordfranzösischen Manne keinen teamleading Papa-Ersatz wie Vati Heynckes – und keinen Uli Hoeneß als Übervater, fällt ja jetzt auch noch weg – an seiner Seite hat, die FR rund um die Uhr vor sich selbst beschützen, dann ist FR  gleich wieder notorisch unzufrieden, wenns mal nicht hundertzehnprozentig läuft. Oder versagt, weil ers sich selbst im Weg steht. Unglaublich. Aber das geht doch nicht. Du sollst mal erwachsen werden, Junge. Ja, lauf doch selbst, lauf auch mal für andere, Franck, lauf mal so viel wie Lewa oder all die Großkreutze  beim BVB, und die tun das nicht nur, wenn´s gegen Bayern oder Real geht! Sei, Franck, bitte, erwachsen, endlich! Denn wenn du so drauf bist wie aktuell, Alter: Merde. Fuck you. Ich sag dir: Lass deine kindlich-negativen vibes bitte woanders raus als bei uns. Zerstör dann doch lieber wieder das französische WM-Team statt die jetzt schon super-Saisonbilanz des FC Bayern München 2014.

Franck. Was ist los, Franck? Guck dir Arjen Robben an, der hat was gelernt aus den letzten Jahren – und wie der zurückgekommen ist nach dem Finale dahoam! Leiste erst mal selbst was, Franck, wenn es schlecht läuft. Oh Mann, ich merke jetzt erst, wie sauer ich bin – und das zu recht. Denn es war übrigens nicht so dolle in Wembley letztes Jahr, deine Leistung, um das hier auch mal zu sagen, Weltfussballer, haha. Denn Du hättest es im Mai 2013 fast versaut, Franck. Im CL-Finale 2013 war mindestens deine erste Halbzeit mehr als unterirdisch, und andere mussten in diesem Spiel für dich die heissen Eisen aus dem Feuer holen, Assist auf AR zum 2-1 hin oder her, Assist auf Assist zum 1-0. Okay. War ganz passabel, Franck. Mehr aber auch nicht… 🙂

…und, Franck: Dass Guardiola nun, aus teminternen Gründen Mario Mandzukic aus der Mannschaft genommen hat, ist aus diesen Gründen total nachvollziehbar. Schlechte Laune, Nörgelei und Passivität (wir erinnern uns an MMs desolate Leistung gegen Real im Rückspiel!) killt jede Teamleistung, jeden teamspirit, jede Dynamik im Spiel ein für alle Mal. Und: Pep hat das definitiv mit Lahm und anderen Schlüsselspielern abgestimmt, davon könnt ihr mal ausgehen…Glück gehabt, Franck. Pep liebt dich – wie wir ja alle, eigentlich. Auch wenn man wohl so langsam mal ernsthaft mahnend den Zeigefinger heben muss und sagen muss: noch…

..in die Zukunft geblickt, deshalb die Frage an euch, wenn ihr Bayern-Fans seid: Wer, Stichwort MM, glaubt ihr, verlässt zur kommenden oder übernächsten Saison den FC Bayern tatsächlich, aus welchen Gründen auch immer, und wer bleibt? Und wer kommt (noch?)  Von mir aus zum Thema should I stay or should I go sei gesagt: Meine unbedingte Hoffung ist ja Thomas Müller. Er  muss bleiben. Und David. Und Holger. Und BS. Und Philipp Lahm muss noch drei Jahre Minimum dranhängen. Der bleibt bis 2017/18 in jeder Hinsicht topfit (Yoga und die Einstellung zum Ganzen machen´s halt). Aber Müller: Er ist, wird der zentrale indentifikatorische Spieler der nächsten zwei, drei bis fünf, sechs Jahre. Mindestens. Müller will immer. Und er wird noch besser werden, gerade durch Pep.

Und morgen? Ich schau lieber zuhause. Im echten dahoam. Ich habe Bayern-Werder 2010 mit meinem damals neunjährigen Sohn in Berlin verfolgt, Hammer-Spiel (4-0). Ein Wahnsinns-Geschenk fürs familiäre teambuilding, das kann ich euch sagen. Für morgen sage ich, wenn es denn hier sein muss,  euch ein, äh, Elfmeterschießen voraus. Wer das gewinnt? Keine Ahnung, es gibt ja weder für die eine noch die andere Mannschaft einen so genannten “Fluch” (an den ich im  Falle von Benfica  übrigens durchaus a bisserl glaube, aber das ist wieder ein anderes Thema..) Also.  Gruß aus der Erstligastadt Kölle in die Welt und ganz besonders nach München. Andreas Bach, Köln

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