Ich bin immer noch sauer wegen gestern. Ich hatte das mit dem Schiri im gestrigen Blogtext ja vorausgesehen – allerdings auf Abseitstor für Brasilien getippt statt auf Elfmeterschwalbe. Aber egal, das Resultat ist dasselbe. Ein irreguläres, spielentscheidendes Tor. Übrigens: Mir ist noch ein 12. Grund eingefallen, warum doch wir und nicht Brasilien Weltmeister werden.

Es ist echt Mist, dass die Welt immer noch schlechter ist als die, für die man sie eigentlich schon hält. Die Fifa, der nahe Osten, Russland, Beckenbauergate, japanische Schiedsrichter. Ich dachte immer, Japan hat Ehre, Selbstmord, Harakiri und so, sind alles Samurai, unbestechlich. Aber nein. Sie sind korrupt UND blind. Alles weitere dazu in dem grandios-deprimierendem Film „Yakuza“ mit Robert Mitchum (1974). Jetzt aber wieder heiter weiter, wie ihr es von mir gewohnt seid. Deutschland vor, noch ein Tor. Hier die Geschichte, wie sie im weiteren Verlauf sich so ergeben wird…

11b. Wir werden Weltmeister, weil wir unser Auftaktspiel gegen Portugal mühsam mit 1-0 gewinnen, Abseitstor von Götze, 79. Minute (war knapp, aber im Zweifel gilt ja immer: Für den Angreifer.. 🙂 ). Davor nur unfassbar langweiliger Lähmer-Mauer-Fehlpass-Dummie-Fußball. Na ja. Unverdient, aber irgendwie muss man die Punkte ja holen, oder. Siehe auch >> Brasilien – Kroatien.

12. Der 12. Mann. Wir, das Publikum. Wir haben die besten, die schönsten, die lustigsten Fanmeilen. Wir feuern unser Team am emphatischsten an. Wir sind immer für unsere Mannschaft, auch wenn´s mal nicht so gut läuft. Immer. Wenn was nicht so passt im Turnierverlauf, sollte ganz einfach als erstes der Trainer gehen. Vielleicht noch vor dem Spiel um den dritten Platz, damit wir dann auch rechtzeitig Klarheit haben, wohin die spielerische Reise unseres Teams in den nächsten 20 Jahren so gehen könnte.

13. Der wichtigste Grund: Unsere Spieler wohnen in einer WG. Einer Wohngemeinschaft. Das ist so 1968. So Hippie. Und was waren wir damals nicht alle glücklich, in dieser, mit dieser Zeit,  mit dem damaligen Team, das 1970 in Mexiko Dritter wurde, dann 72 die EM und 74 die WM geholt hat. Also WG. Also, in vielen verschiedenen WGs eigentlich (die Hütten sind nicht soo groß). Immer vier, glaube ich, in einer Bude. Die „SZ“ hat das heute auch schon angedeutet, dass die das auch gut finden. Okay: Die, die sich mögen, dürfen also miteinander schlafen. Und andere Sachen machen. Zusammen frühstücken zum Beispiel. Karten spielen. Schafkopf. Poker. Siebzehn und vier. Wie auch immer, was auch passieren wird, tagsüber, nachts, wer auch immer mal nicht so ausgeschlafen sein wird: Ich finde das super. Diese Intimität fördert das Verständnis wie wohl noch nie zuvor in einem Deutschen Trainingslager. Auch Hummels im Interview heute in der „SZ“, super. Top-Stimmung bei uns, ich nehme ihm das voll ab. Er hat das mit dem miteinander schlafen zwar nicht so explizit ausgeführt, aber zwischen den Zeilen..er lebt in einer echten WG. Einer Wohngemeinschaft. Ob er sich in Dortmund wieder umstellen kann, überhaupt?

14. Mats Hummels ist unser Sergio Ramos. Hummels, so sagt er in der „SZ“ heute, darf endlich wieder seine langen Pässe spielen. Jogi hat´s endlich wieder erlaubt. Auf Müller zum Beispiel. Denn der könnte sie tatsächlich immer erlaufen, auch mit Krämpfen in diesen Storchenbeinen. (nicht Götze, nicht Özil, nicht Poldi, vielleicht höchstens Schürrle, den hat Mourinho ja auch fit gemacht bei Chelsea für jede Woche zwei Mal 120 Minuten).

15. Die Spiele heute, meine Tipps:

A. Mexiko – Kamerun 1-1. Nur, ja, genau. Mexiko schlägt dann paar Tage später Brasilien. Bela Rethy hat mir im ZDF gestern erzählt, die Mexen wären der Angstgegner von Brazil. Na ja, schön und gut, kommt auf den Schiri an, oder? Wir werden es sehen, so viel steht fest. Aber mal im Ernst: Der Japaner hat dem Heimteam mit diesem Elfer, der keiner war, keinen Gefallen getan. Da wird jetzt nämlich genau hingeguckt werden, in den nächsten fünf Spielen, also bis Brasilien im VF oder HF dann ausscheidet. Mann, haben die einen mittelmäßigen Kader (na ja, Dante war draußen).

16. Mir ist noch ein Grund für Brasilien als Weltmeister eingefallen: Dante, Luis Gustavo (Schnurrbart), David Luiz, besonders Neymar: Sie haben ganz einfach die schönsten Frisuren, meine: Haare. Auf und im und vor dem Kopf. Und auch sonst wo, wahrscheinlich. Welches Team hat eigentlich die Spieler mit der stärksten Rückenbehaarung? Mexiko? Chile? Uruguay? Portugal? Spanien?…

17. Noch ´n Grund für Italien als Weltmeister: Immobile. Weil er sich für den BVB entschieden hat. Schon seine YouTube-Videos gesehen? Hammer. Der BVB wird nächstes Jahr Meister. Kein Wunder: Mit einem italienischen Weltmeister in den eigenen Reihen…

Okay, B: Spanien – NIederlande 1-2.

Weil Spanien Holland unterschätzt. Weil Van Gaal zu neunt mauern läßt und blitzschnell über Robben kontert. Alle fünf Minuten. Jeder dritte Abschluss von Arjen erfolgreich. Ihr könnt es euch ausrechnen. Die alten, langsamen Spanier kommen da einfach nicht mehr hinterher.

Wie gesagt, Holland, besonders Louis van Gaal, sie hätten es sich verdient. Ganz besonders Louis van Gaal. Ja, van Gaal. Wie er damals Robert Enke bei Barca fertiggemacht hat, das war schon was besonderes (Achtung, Ironiefaktor 9 von 10). Und Franck Ribéry bei den Bayern fast rausgekickt hätte. Wie er Rensing, nee, Kraft, zum neuen Manuel Neuer machen wollte. Das hatte Mut, das waren neue Wege, das hatte was. Van Gaal ist ein super Trainer. Holland wird Weltvizemeister. Mindestens.

C. Chile – Australien 2-0. Ja, deswegen nur zwei zu null, weil Arturo Vidal noch geschont wird. Er darf erst, halbgesundet, in zwei Wochen in den Play Offs wieder ran. Wusstet ihr schon, dass Chile Weltmeister wird? Hinter Deutschland, meine ich. Oder davor?  Alle weiteren Infos auch dazu im Blog von gestern. Der ja bekanntlich immer so alt ist wie die Zeitung von morgen.

 

Viel Spaß mit der WM. Bis Montag, oder bis früher, je nachdem,

 

Andreas Bach

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