Werder Bremen vor dieser Saison: Viele vergeigte Testspiele, wieder einmal das Aus in der ersten Pokalrunde gegen einen Drittligisten und für viele Fans der Republik einer der Top-Abstiegskandidaten. Alles schön und gut, aber auf der Habenseite der Grün-Weißen stehen nach zwei Spielen sechs Punkte – das ist die glänzende Seite der Medaille. Aber wie heißt es doch so schön? Jede Medaille hat auch eine Kehrseite, und genau deshalb sollte man auch nach diesem Traumstart Realist bleiben. Es waren sechs Punkte, die Werder mit einem Blitzstart näher an das 40-Punkte-Ziel gebracht haben. Und als Fan überwiegt die Freude über die Punkte, mehr aber auch nicht. (mehr …)

Wer kennt sie nicht? Fußballer, die nach ihren Toren – das Vereinslogo küssend – zu den Fankurven sprinten. Fußballer, die nicht müde dabei werden, ihre Liebe zum Verein zu beteuern. Fußballer, die Verträge zu verbesserten Konditionen verlängern, um anschließend doch zu wechseln. Das ist der Moment, wo der Fan sich verschaukelt fühlt. Der Moment, an dem er zweifelt und sich fragt: „Will der mich jetzt eigentlich natzen?“ Der Kuss auf das Logo erscheint rückblickend so liebevoll wie der Kuss für die am Vorabend bestellte Prostituierte. Die vielseits bekundete Liebe zum Verein geht plötzlich mit der Liebesbeteuerung an die zum dritten Mal betrogene, naive Freundin einher. Und die Vertragsverlängerung wirkt wie ein letztes Date mit Candle Light Dinner im Four Seasons, wo statt des erwarteten Antrags plötzlich nur die schockierende Nachricht bleibt, dass man wohl doch nicht so gut zusammen passe… (mehr …)

Die lästigen WM-Qualifikationsspiele sind gelaufen und man darf sich schon bald wieder auf den Bundesliga-Alltag freuen. Kein Deutschland gegen Kasachstan, kein Estland gegen Andorra oder weiß der Geier was. Ich hab nichts gegen diese Länder, aber ich muss auch nicht mit meiner Meinung inne halten, dass es für Fußball-Ästheten nicht gerade ein Augenschmaus ist. (mehr …)