Ich sage es ganz ehrlich. Der DFB-Pokal und die erste Bundesliga stehen vor der Tür und ich spüre aktuell vor allem den starken Impuls, zu fragen: Jetzt schon wieder? Was soll das Ganze? Ja, seit Ende Mai  ist da ganz oft nur die eine Aufwallung in mir, die da suggeriert, sagt, flüstert, schreit: so what? Und die zweite Liga spielt schon längst, die Vereine der ersten Liga und die internationalen Topclubs vergnügen sich parallel in einem aber sowas von total vercupten Sommerwahnsinn, unglaublich. Und das Fernsehen überträgt… alles! ALLES. Dauerfußball, Sommerwahnsinn – es ist alles einfach zu viel. Sommermärchen ist Schnee von gestern. Und dann der Zustand unserer Mutter Erde, der ständige Blick in diese von Krisen zerrissene Welt: Wer an ein Sommermärchen 2014 in Brasilien glaubt, dem ist momentan nicht mehr zu helfen. Und dazu die Hitze. Diese hat  erwiesenermaßen ganz klar negative Auswirkungen auf die Denkleistung.

(mehr …)

Advertisements

„Sommerpause. Endlich Zeit, alle Spiele der abgelaufenen Saison nochmals in aller Ruhe anzuschauen“ (Anatol Nitschke, nach dem Champions League-Finale wieder zuhause in Berlin).

Ist es nicht schön, jetzt endlich Zeit zu haben für die wirklich wichtigen Dinge im Leben? Sich aufregen zu können über die echten Schwachmaten des Geschäfts?

Oder sich, besser fürs Herz, alle Lieblingsspiele mit bekanntem Ausgang  und sonst wie alle All Time Football-Greats nochmals anzuschauen. Und nochmals. Und nochmals. Und FIFA 13…14…spielen…

Und dann der Transferwahnsinn. Robert Lewandowski. Manche Menschen können einem echt nur noch leid tun. Tag für Tag diese so fettreiche wie kalorienarme Medien-Schlacht am Fußballer-Buffet. Geht an mir vorbei. Wer kommt, der kommt. Wer geht, haut ab. Reisende soll man nicht aufhalten – und wer bleibt, wissen wir schon jetzt ganz genau und sind glücklich darüber. Oder auch nicht. Gewisse Berater werden es in Zukunft jedenfalls äußerst schwer haben, auch nur einen halben Fuß auf den Boden der europäischen Fussballbühne zu bekommen.

(mehr …)

Die Saison neigt sich dummerweise unweigerlich dem Finale zu.

Aber, welchem Ende? Welchem Finale?

Soeben zeichneten wir die vierte Gesprächsrunde unseres Talks „ENG AM BALL – der Hauptsache Fussball-Talk“ auf. Mit in der Runde: Ein BVB-Fan, ein Bayern-Fan, ein Werder-Fan und ein Fan der Düsseldorfer Fortuna. Der Talk ist nun online:

http://www.youtube.com/watch?v=ZparZGQh_ec

Und was soll ich sagen, ihr könnt es gerne überprüfen 🙂 : Es war ein über 50 Minuten langes, hochklassiges, sachliches, ganz wunderbares Gespräch über das kommende Champions League-Finale, und vor allem über die beiden Teams, die es bestreiten werden – und über ein bisschen Bundesliga und so weiter. Ich habe während des Gesprächs die sehr zufriedenstellende innere Erfahrung gemacht, Respekt, ja Zuneigung für diese Clubs zu entwickeln, für die Vertreter dieser Vereine  – und deren Fans sowieso. Ich fragte mich während des Gesprächs die ganze Zeit: Wieso können wir die blöde Zeit nicht genau jetzt einfrieren? Dann hätten wir zwei CL-Sieger! Perfekt!

(mehr …)

Alle bejubeln zurzeit die westfälischen und bayrischen Triumphe, zelebrieren die Wiederauferstehung des deutschen Fußballs, mehr oder minder weit lehnen sich Rezensenten aus dem Fenster – gerne mit Worten wie „Wachablösung“, „Demütigung“ oder sogar „Machtdemonstration“ –, und stellen wolkig die Frage in den Raum, wer sich denn inzwischen wirklich „die beste Mannschaft der Welt“ nennen dürfe. Allgemeine Hochstimmung also, ganz Deutschland eine einzige Party. Ganz Deutschland…? (mehr …)

Die Champions League – Paarungen im Halbfinale sind für alle Fans ein absoluter Traum. Real Madrid hat den Champions League-Wettbewerb, respektive den Landesmeister-Pokal, schon neun Mal gewonnen. Der FC Barcelona hat in den letzten vier Spielzeiten viermal das Halbfinale erreicht und den Pokal zwei Mal gewonnen! Wowestens, oder!? Und jetzt Bayern gegen Barca und der BVB gegen Real! Besser hätte man die Lose nicht ziehen können.  Danke, Rudi. Beide Spiele sind eigentlich tatsächlich bereits Finalspiele – nur eben über 180 Minuten, ja, mindestens. Nur eins wird sich über diese Spiele nicht beweisen lassen: Wie gut die Bundesliga wirklich ist. Dafür wird es wieder diverse so erwartbare wie unangenehme weitere Wahrheiten geben, die sich mit Sicherheit wieder mal nur direkt  auf dem Platz oder eben direkt wenige Sekunden danach in den anschließenden Fernsehbildern zeigen werden.

(mehr …)

Die Bayern, Meister, ja klar. Klar und überdeutlich. Hegemonial wie nie zuvor, zumindest im deutschsprachigen Raum. Wirklich? Vorsicht: Der Dualismus mit Dortmund wird bleiben. Dahinter – nicht nichts, aber derzeit nicht allzu viel. Alle anderen Klubs werden in Zukunft noch härter, noch intensiver an Spielsystem, Taktik, Fitness und Teamgeist arbeiten müssen, um an dieser Bundesliga-Doppelspitze wenigstens auf Sichtweite dran zu bleiben.

Als Bayern-Fan darf man diese Meisterschaft absolut überragend, großartig, ja geradezu einmalig herausgespielt finden. Die so wohlgeformte wie stabile Architektur einer wie selten charakterfesten Mannschaft, die überaus abwechslungsreiche, zumeist überaus unterhaltsame Spielgestaltung, taktische Feinheiten ohne Ende, kaum einmal erlahmende mentale Frische und körperliche Fitness. Der lange Atem – einfach top. (mehr …)

..und der Teamgeist, er bleibt auch unsichtbar..

„Wir zerstören alles, was wir betrachten“,  Felix Stephan, Feuilleton  „Süddeutschen Zeitung“, 20.3.2012.

„Die Bundesliga ist ein knallhartes Geschäft in einem  ganz engen Käfig.“ Reiner Calmund, 2011, in „Hauptsache Fussball – Junge Profis auf dem Weg ins Spiel“ (DVD).

Schon oft haben wir hier an dieser Stelle über jenen ominösen Team-Geist gesprochen, der glückliche Teams wie Borussia Dortmund oder den FC Barcelona mehr oder weniger dauerhaft  animiert und dadurch so gnadenlos vorhersehbar erfolgreich macht. Der so berechenbar scheint, so einfach – „11 Freunde müsst ihr sein! – ??“ – und doch, rein mathematisch betrachtet, so unberechenbar ist. Warum aber ist das so, und warum ist genau das so gut, oder schlecht? Keine Ahnung? (mehr …)