November 2011


As Bremen-Fan möchte ich über den vergangenen Bundesliga-Spieltag den Mantel des Schweigens hüllen. Also hier noch ein paar Worte zu einem viel schöneren Thema – der Nationalmannschaft.

Alle bejubeln das großartige 3:0 gegen die Niederlande – und das sicher zu recht. Auch ich habe mir die drei traumhaften Tore immer wieder angesehen. Das Tempo, die Präzision, die Souveränität, mit der die Mannschaft das Spiel kontrollierte es und mal langsam, mal schnell machte: TOLL! (mehr …)

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Viele Menschen in Deutschland spielen Fußball. Sehr viele. Aber im Vergleich zu denen, die träge auf dem Sofa oder dem Schalensitz hocken und besser wissen wollen, wie die Aktiven es machen sollten, ist das natürlich trotzdem eine Minderheit. Der durchschnittliche Fan, der auf Samstag, 15.30 Uhr und die die großen Turniere in den „geraden“ Jahren hinlebt, wirft bedenkenlos mit Ausdrücken wie „technisch begabt“, „taktisch gut ausgebildet“, „kann alles am Ball“ oder „mehr ein Fußballarbeiter“ um sich. Die Tricks oder Fehler, mit denen sich Spieler den Ruf eines „technisch brillanten“ – oder eben „limitierten“ Fußballers erwerben, nimmt er zwar interessiert zur Kenntnis. Aber wer kann schon genau beschreiben, welche Bewegungen und Ballberührungen in kürzester Zeit aufeinander folgen, wenn Lahm aus vollem Lauf eine Flanke mit dem rechten Fuß antäuscht, sich den Ball aber sofort danach ein Stück zurücklegt, somit den Verteidiger ins Leere laufen lässt und die Kugel dann mit links hereingibt? Oder wie Übersteiger und Ballmitnahmen aneinander zu reihen sind, damit man im Stile Ze Robertos einen Gegenspieler stehen lässt? Konsumieren und Staunen sind die Dinge, die die meisten dann tun, und sobald sie sich vorstellen, selbst gegen diesen Ballkünstler antreten zu müssen, fühlen sie sich so hilflos, als stünden sie Magiern gegenüber. (mehr …)

Kaum ist Bundesliga-Break, wird wieder rumgelabert. Kevin Großkreutz schäumt schon mal Probe vor der Partie gegen die Bayern, natürlich in der BILD: „Wir sind wieder die alte Borussia. Spielen wir so wie beim 5:1 gegen Wolfsburg, stehen wir mit München auf Augenhöhe! Ich würde am liebsten sofort bei den Bayern spielen. Echt schade, dass wir durch die Länderspiel-Pause gestoppt werden… “

Großkreutz, ein Name, stets wie prädestiniert für lustige Wortspiele, aber mich beschäftigt hier ein anderer Terminus, nämlich Augenhöhe.

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Wenn in der Sportschau das „Tor des Monats“ gewählt wird, dann besteht das Spektakuläre an zwei bis drei der nominierten fünf Treffer meistens „nur“ darin, dass der Spieler seinen erfolgreichen Schuss aus ungewöhnlich großer Entfernung abgegeben hat. Ein Teil der Defensive wird quasi überbrückt, der Torhüter fliegt nicht schnell und weit genug, und so ergibt sich dann ein spektakuläres Bild aus Kraft, Präzision, geometrischer Harmonie und (auf Seiten des Torwarts) heroischem Scheitern. Fußballfans aller Bildungsgrade und Altersklassen lassen sich nun zu pubertären Ausrufen verleiten: „Booooaah, geiles Ding!“ (mehr …)